Irland


Irland im April - Wetter ist immer!


Ein Glas Guinness ist zu wenig und ein 9 000 Jahre gültiger Pachtvertrag

Eine Reise nach Irland ist schon längst fällig. Wenn wir an Irland denken, denken wir an grüne Hügel, an eine wild romantische Küste und natürlich an das „spezielle“ Wetter. Warum also nicht im April nach Irland. Ab Hamburg sind wir mit dem Flieger in 2 Stunden in Dublin. Von hier aus wollen wir die Insel mit einem gemieteten Kleinwagen erkunden. Natürlich ist Linksverkehr. Unser Plan für die nächsten 12 Tage ist, die Küste von Nord nach Süd zu entdecken.

Unser erster Weg führt uns in Dublin in das Guinness Storehouse. Hier bekommen wir auf 8 Stockwerken alles über Herstellung und Geschichte des ältesten, irischen Bieres zu sehen, zu hören und natürlich auch zu testen. Der Gründer hat 1759 einen 9 000 Jahre gültigen Pachtvertrag abgeschlossen! Wie er wohl auf diese Zeitspanne gekommen ist?

Das Guinness schmeckt mir eine Note zu bitter – nicht mein Fall. Vielleicht reicht aber auch ein kleines Glas nicht aus, um es wirklich zu beurteilen. Im Zentrum Dublins reiht sich ein Pub an dem nächsten. Einen ausgedehnten Abend im Pub beim Guinness könnte für Änderungen sorgen.

In die Innenstadt von Dublin sollte man allerdings mit dem Bus fahren oder besser noch, direkt dort schlafen, dann klappt es auch mit dem Guinness! Außerdem spart man sich die horrenden Kosten für das Parken im Parkhaus (1 ½ Stunden für 8 €).

 

Hill of Tara – Heimat von Göttern und Druiden

Von unten ist nicht viel zu sehen - vom Sitz der legendären irischen Hochkönige. Vom oben aber können wir die über 4 000 Jahre alten Hügelgräber und die ringförmigen Wälle gut erkennen. Der Hügel von Tara gehört zu den meistverehrten Plätzen in Irland. Der Ort ist mit etlichen Mythen und Legenden verbunden. Mit der Ausbreitung des Christentums verlor Tara seine Bedeutung als Kultstätte.

 Ein etwas abseits stehender Eingriffeliger Weißdorn ist mit zahlreichen Gegenständen geschmückt. Viele Menschen fühlen sich wohl auch heute noch von diesem Platz angezogen und erhoffen sich die Erfüllung ihrer Wünsche mithilfe diese Baums.

 

Ein Abstecher nach Großbritannien - Nordirland

Beim Blick aus dem Fenster möchten wir lieber im Bett bleiben – draußen ist es grau, nebelig und es nieselt ganz fein. Wir fahren trotzdem los. Unser Ziel ist Nordirland und damit die Causeway Coastal Route. Von Lettingkenny ist die Grenze zu Großbritannien keine 30 km entfernt. Wir müssen schon sehr genau schauen, damit wir den Grenzübergang sehen. Die Straßenschilder zeigen plötzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 50 auf Landstraßen an. Es braucht eine Weile, bis wir merken, dass nicht 50 km/ Std. sondern 50 Meilen/ Std. gemeint sind.

 

Am Causeway Coastal Way liegen einige Drehorte der beliebten Phantasie- und Abenteuer Serie „Games of Thrones“. Die Landschaft auf dieser Route ist phantastisch. Allerdings ist Samstag und nicht nur wir sind an den Hotspots unterwegs. Am Tempel bei Castlerock ist es noch ruhig. An der malerischen Schlossruine „Dunluce Castle“ am Atlantischen Ozean treffen wir auf die ersten Touristenbusse. Das änderte sich auch nicht beim Besuch der ältesten irischen Whiskey Destille Bushmills. Der Hafen von Ballintoy und die Buchenallee Dark Hedges mit den über 200 Jahre alten, knorrigen Bäumen sind ebenfalls keineswegs einsam. Ein Trost – die Sonne ist gegen Mittag raus gekommen. Am markanten Giant´s Causeway haben wir am Abend ein tolles Licht.

Fotografieren bei Sonne kann jeder…

 

 ….in Irland muss es auch anders gehen. Unsere Versuche sehen so aus:

Unterwegs auf dem Wild Atlantic Way - ein Ausflug in die Zeitlosigkeit

Wir sind auf der längsten ausgewiesenen Küstenstraßen der Welt unterwegs – dem Wild Atlantic Way. Sie schlängelt sich entlang der irischen Westküste von der Halbinsel Inishowen im Norden bis ins Küstenstädtchen Kinsale im Süden. Wir fahren nicht die gesamte 2.600 km Strecke,  sondern nur die schönen Abschnitte.

 

Von Letterkenny geht es auf abgelegenen Wegen durch Nordwestirland. Um die Blue Stack Mountains, durch Donegal, Sligo  und Ballina fahren wir nach Castlebar. Hier haben wieder Bed & Breakfast. Von Castlebar aus erkunden wir die Archill Insel. Dieser Teil Irlands ist noch einsamer als einsam.

 

Irland ist reichlich mit Literatur- Nobelpreisträgern gesegnet. Zu George Bernard Shaw, Samuel Beckett und Seamus Justin Heaney gesellt sich noch Heinrich Böll. Letzterer ist zwar Deutscher, aber auch Nobelpreisträger und er verliebte sich in die irische Insel Achill. Er setzte ihr und den Bewohnern mit dem „Irischen Tagebuch“ ein Denkmal. Das Schreiben an diesem ursprünglichen Küstenabschnitt muss ihm und seiner Schreiblust gut getan haben, denn es wurden von dem Buch weit über 1.000.000 Exemplare verkauft.

 

Von Castlebar führt uns unser Weg nach Conemara. An diesem Küstenabschnitt hat der Tourismus bereits Fuß gefasst. Traumhafte Strände mit türkisfarbenem Wasser, eine wunderschöne Bergkulisse und kleine Orte, wie Clifden, laden zum Verweilen ein.

 

Burren (der steinige Platz) und Cliffs of Moher

Der Begriff Burren bezeichnet eine Karstlandschaft südlich von Galway, die zum genauen Hinsehen zwingt. Sie hat einen bizarren Reiz, der sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Gut sichtbar ist dagegen das über 5.000 Jahre alte Megalithgrab Poulnabrone Dolmen in diesem Gebiet.

Der spektakulärste Abschnitt der Küste Irlands sind allerdings die Cliffs of Moher. Die Kippen fallen bis zu 200 m steil ins Meer.

Tipp: Hotspots, wie die Cliffs of Moher, sind bei vielen Besuchern sehr beliebt, daher hoch frequentiert. Wer Zeit hat sollte den Morgen und den Abend nutzen und das Wochenende meiden. Während es bei unserer Reise im April häufig am Tag regnete, klarte es am Abend auf. Dann war die Lichtstimmung wunderbar und die vielen Menschen aus den großen Reisebussen nicht mehr da. Zeitlich konnten wir es an den Cliffs of Moher nicht einrichten. Bei unserem Besuch hat es geregnet!

Die Halbinsel Dingle und der Ring of Kerry

Die Landschaft der Halbinsel Dingle erleben wir in einem wunderbaren Abendlicht. Dieses Mal haben wir es richtig gemacht.

Für die vielen Halbinseln im Südwesten (Dingle/ Ring of Kerry/ Beara) sollte man sich schon ausreichend Zeit nehmen. Für den Ring of Kerry haben wir einen vollen Tag gebraucht und haben längst nicht alles gesehen. Je weiter wir auf die Halbinseln vordringen, desto häufiger legen wir einen Stopp ein, denn die landschaftlichen Highlights liegen für uns an den Enden der Halbinseln. Grundsätzlich ist der Süden Irlands touristisch besser erschlossen, aber auch hier sind die Straßen oft verdammt eng.

 In Eyeries auf der Beara-Halbinsel können wir nicht anders – wir müssen halten. Hier haben die Iren mit viel Farbe an ihren Häusern überhaupt kein Problem.

Irlands Wetter im April

Alles ist möglich: Sonne, Regen, Hagel, Wind und das im Wechsel von 10 Minuten oder alles auf einmal. Die Temperaturen schwanken von 4° bis 16° Grad. Gerade an der Küste ist der Wechsel extrem und unsere Wetter Apps versagen kläglich.

 Für Iren scheint das alles kein Problem zu sein. Wir erkennen sie daran, dass sie keine Scheu haben, selbst bei 8° Grad die kurzen Hosen anzuziehen und auf die Slipper um zu steigen, während wir uns in dicken Jacken hüllen und uns in festem Schuhwerk wohl fühlen.

Das Essen in Irland

Das Frühstück fällt in der Regel sehr üppig aus und hat immer eine warme Variante dabei. Bohnen mit Speck, kleinen Würstchen und natürlich Eier als Rührei oder Spiegelei ….Zusätzlich werden manchmal auch Chips (Pommes) angeboten. Hier erfüllen die Gastgeber des Bed & Breakfast fast alle Wünsche. Ein Zugeständnis an uns Touristen ist das „dunkle“ Brot. Weil das Frühstück eigentlich schon den gesamten Kalorienbedarf eines Tages abdeckt, fällt der Lunch häufig bescheiden aus. Viele Bars bieten eine Suppe mit einem Sandwich an. Am Abend darf es dann ruhig wieder etwas üppiger sein. Übrigens sind alle Speisen nicht gerade überschwänglich gewürzt.

 

Und sonst?

Was die Iren auszeichnet, ist ihre wirklich freundliche und hilfsbereite Art. Egal wo wir uns aufhalten, nie ist jemand genervt oder unfreundlich. Allein das ist schon ein Grund, die Insel zu besuchen.

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Kommentare: 6
  • #1

    Ringe (Freitag, 21 April 2017 22:30)

    schön, hier ist es kälter, die alte Brücxke gefällt mir.

  • #2

    Udo (Samstag, 22 April 2017 09:50)

    Ist schon irgendwie ein Sehnsuchtsland, schrullig, nebelig, mystisch, alkoholisch, fotogen, heilig und unheilig. Jedenfalls stelle ich es mir so vor und eure Bilder zeigen ja jetzt schon einiges davon.
    Danke, dass ihr euch die Mühe macht, uns teilhaben zu lassen.
    Gute Reise weiter!

  • #3

    Det & Pet (Freitag, 28 April 2017 11:07)

    Hallo ihr Lieben, schön wieder euren Reisebericht lesen zu können. Ich war gespannt ob Connemara auch auf eurer Reisetour liegt, denn meine Schwester war letztes Jahr im September dort und hat auch tolle Bilder mitgebracht. Ich wünsche euch weiterhin viele, interessante Entdeckungen auf eurer Reise und freue mich über weitere, immer wieder lebendige Berichte und wunderschöne Fotos.
    Herzliche Grüße von uns

  • #4

    Maike Wehlitz (Samstag, 29 April 2017 21:17)

    Das Bild mit dem Guiness Glas ist schön! Euer Blog lässt sich auch sehr gut auf dem Smartphone lesen. Angenehm!

  • #5

    Ursel & Wolfgang (Sonntag, 30 April 2017 18:00)

    Hallo ihr Beiden,

    für nur 10 Tage habt ihr mal wieder eine ganze Menge gesehen.
    Wir glauben, uns könnte diese Insel auch gefallen. Fotos sind
    jedenfalls wieder bemerkenswert schön.

    LG und gutes Heimkommen !!!

  • #6

    Ringe (Sonntag, 30 April 2017 20:55)

    Schon wieder vorbei und Ihr seid auf der Rückreise, kommt gut zurück wieder nach einer bereichernde Reise, schön, dass wir es schon sehen und mitfühlen konnten,Ihr habt ja wirklich enorm viel gesehen und erlebt. H&E