Island

 

Island –  in Zeiten der Corona Pandemie

 

Das Reisen hat sich verändert, so auch im nordischen Inselstaat Island im äußersten Nordwesten Europas. Es ist unsere erste Reise und sie wird ein Abenteuer sein.

Fünf Tage Qurantäne

Verreisen in Zeiten der Corona-Pandemie? Wir versuchen es. Unsere euphorische Wahl fällt Ende Juni 2020 auf Island - dem dünn besiedelten Inselstaat im äußersten Nordwesten Europas. Die Voraussetzung, um in dieses wunderbare Land zu kommen, ist ein COVID 19 Test am Flughafen von Reykjavik. Wir riskieren die Reise, denn unsere Kontakte sind bis zu diesem Zeitpunkt sehr überschaubar. Anzeichen einer Infektion bei uns - negativ. Flug, Auto und Unterkünfte sind schnell gebucht oder reserviert.

 

Im Juli gibt es eine neue Bestimmung – ab sofort brauchen wir kein Test. 

 

Mitte August wird alles wieder zurückgenommen. Jetzt sind zwei Test fällig. Der erste Test findet in Island am Flughafen statt, der zweite Test am 6. Tag nach unserer Ankunft, dazwischen müssen wir in Quarantäne. Alle Länder der Welt werden plötzlich von Island als Hochrisikogebiet eingestuft, so auch Deutschland.

 

Eine riesige Enttäuschung macht sich bei uns breit, aber, so schnell geben wir nicht auf. Das kleine Land hat vor der Pandemie unter den vielen Besuchern gelitten. Die Sehenswürdigkeiten wurden überrannt und nun….? Die Verlockung ist riesig, all´ die Schönheiten nun aus der ersten Reihe erleben zu dürfen. Nach kurzem Hin und Her steht unser Entschluss steht – wir fliegen. Die Einschränkungen in den ersten Tagen nehmen wir hin und verlängern unsere Reise gleich um weiter 4 Tage.

 

Die Suche nach einer quarantänegeeigneten Unterkunft ist einfach – viele andere Reisende hatten storniert. Die Wahl fällt auf ein kleines, würfelartiges Ferienhaus, 100 km östlich von Reykjavik. Es liegt einsam, hat ein eigenes Bad und Küche und die Inhaber versprechen, für uns einzukaufen. Spaziergänge sind erlaubt, ebenso kurze Fahrten mit dem gemieteten Auto. Das hört sich gut an.

Schon der Flug ist eine neue Erfahrung, denn der Flieger ist nur zur Hälfte belegt und die Flughäfen in Deutschland und Island ungewöhnlich leer. Innerhalb kürzester Zeit haben wir unseren ersten Test hinter uns, unsere Koffer vom Band geholt und das Auto übernommen. Unsere Unterkunft ist perfekt, der Kühlschrank gefüllt und den uneingeschränkten Blick auf den Vulkan Hekla können wir sogar von unserer Sitzecke genießen.

Frische Luft ist immer gut, also erkunden wir in den nächsten Tagen unsere Umgebung und erfahren Erstaunliches:

Island hat nicht nur die nördlichste Hauptstadt der Welt, sie ist auch die größte Vulkaninsel der Erde. Die Isländer haben, nach Japan, die höchste Lebenserwartung, werden aber größer und schwerer als Angehörige jeder anderen Nation. Vielleicht liegt das am hohen Fischkonsum von über 91 Kg?

Sie haben – gemessen an der Bevölkerung – nach den USA den höchsten Stromverbrauch, die meisten Autos, Computer und Kreditkarten. Dafür gibt es keine einzige McDonald´s Filiale, aber die erste Wasserstofftankstelle.

Telefonbücher sind nach Vornamen sortiert und der Inselstaat hat mehr Schafe und Papageientaucher als Einwohner.

Auch die Fußballspieler*innen sind sind mit 33.000 Kicker*innen stark vertreten. Das sind unglaubliche 10% der Bevölkerung. Wir erinnern uns noch an die „Húh Húh“ Rufe. Die isländische Nationalmannschaft waren die „Underdogs“ der EM 2016 und begeisterten nachhaltig.

 

Die fünf Tage der Quarantäne vergehen schnell. Eine Unsicherheit bleibt. Wie fällt wohl der 2. Test aus? Haben wir zu hoch gepokert?

Der Golden Circle und die Halbinsel Snæfellsnes

Es ist der Tag des 2. Test. In Selfoss reihen wir uns am Morgen in eine Schlange von ca. 30 weiteren Testwilligen ein. Die Prozedur des Testens geht schnell, ist aber immer noch unangenehm. Nun heißt es warten.

Das Testergebnis kommt am Abend per SMS – wir sind NEGATIV. Mit einem breiten Grinsen und einem mitgebrachten Wein stoßen wir darauf an, dass wir nun Island erobern können.

Wir befinden uns mit unserem Ferienhaus nahe des „Golden Circle“ im Südwest-Island. Der Þingvellir-Nationalpark, das Geysir-Geothermalgebiet und der Wasserfall Gullfoss gehören dazu. Diese Sehenswürdigkeiten sind weltweit bekannt und ebenso spektakulär wie einzigartig. Großzügige Parkplätze, Shops und Cafés machen uns unmissverständlich klar, dass all´ diese Naturschauspiele von vielen gesehen werden wollen.

Und nun? Am Gullfoss Wasserfall sind wir allein. Unser Mietwagen steht einsam auf dem riesigen Parkplatz.  Am Hakið Visitor Center im Þingvellir-Nationalpark ist es genauso leer wie bei den heißen Quellen und den Geysiren im geothermischen Gebiet des Haukadalur-Tals. Manchmal sehen wir von weitem vereinzelt Menschen – das wars. Wir erleben Island pur und ohne viel Schnickschnack. Welch ein Luxus.

Die Isländer selber sind von ihrer Regierung in diesem Jahr ebenfalls aufgefordert worden, den Sommer im eigenen Land zu verbringen. Nun sind Ferien und Urlaub vorbei und die Isländer widmen sich anderen Aktivitäten. An den Wochenenden gehen sie ihrer Lieblingsbeschäftigung nach – dem Angeln oder sie holen ihre Schafe von den Sommerweiden nach Hause, bevor es Winter wird.

Wasserfall Gullfoss

Geysir-Geothermalgebiet

Der "Þingvellir"-Nationalpark bedeutet wörtlich so viel wie "Ebene der Volksversammlung". Im Jahr 930 wurde an dieser Stelle das älteste Parlament der Welt gegründet. Für die Isländer hat er nicht nur eine historische Bedeutung, sondern ist auch geologisch hochinteressant. Er liegt inmitten der Grabenbruchzone. Mehrere tektonische Spalten durchziehen die Talsenke, der Teil des Mittelatlantischen Rückens ist. Hier trennt sich die eurasische von der nordamerikanischen Kontinentalplatte.

Schafabtrieb

Wir folgen der Ringstraße Islands Richtung Norden, biegen aber irgendwann nach Westen ab, um auf die Halbinsel Snæfellsnes zu kommen. Auf dem Weg in die 823 Bewohner zählenden „Stadt“ Grundarfjörður regnet es heftig und Windböen von über 60 Stunden/km rütteln uns durch. In Grundarfjörður befindet sich unsere kleine Unterkunft. Mit uns belegen vier Hafenarbeiter die Zimmer des Gästehauses, gegenüber ist die Polizeistation. Dort haben wir allerdings nie jemanden gesehen. Die Rollos an den Fenstern bleiben die ganze Zeit unten. Der Berg Kirkjufell ganz in der Nähe fällt uns durch seine Form sofort ins Auge.

Von Grundarfjörður aus umrunden wir die Snæfellsnes-Halbinsel. Nicht nur dieser Name ist für uns ein ziemlicher Zungenbrecher. Übersetzt bedeutet er „Schneeberghalbinsel“ – eine passende Bezeichnung für eine lange Halbinsel mit einem Vulkan an der Spitze, der von einem Gletscher gekrönt wird. Der Blick auf den Gletscher bleibt uns allerdings durch dicke Wolken verwehrt. Der Rest der Landschaft ist aber nicht minder beeindruckend.

Die beiden markanten Felsnadeln Lóndrangar sind Vulkanschlote. Der eigentliche Vulkan drum herum ist der Meeresbrandung und der Erosion zum Opfer gefallen. Die Einheimischen nennen den 75 Meter hohen Schlot „christliche Säule“ und den mit 61 Metern etwas kleineren „heidnische Säule“. Nach einer alten Überlieferung kommen Elfen zu den Felsen und verwenden diese als Kirche.

Island - dem Polarkreis ganz nah

Im Norden Islands wird es einsam. Klarer Himmel, hohe Berge und viel weite Landschaft nahe des Polarkreise machen eine Reise dorthin einzigartig.

Wir verlassen die Snæfellsnes-Halbinsel und fahren auf einer unbefestigten, einsamen Straße weiter Richtung Nord-Ost. Regen und Sonne wechseln sich ab - gern auch beides zusammen - bei 6 Grad „Wärme“. Zeit für einen „heitur pottur“. Im Ort Laugar í Sælingsdal gibt es so einen heißen Topf. Früher saßen Sagahelden mit ihren Gefährten in den natürlichen, heißen Quellen und berieten sich. Oder sie wärmten sich einfach nur auf. Letzteres wollen wir auch. Der heitur pottur in Laugar í Sælingsdal hat gute 40 Grad. Ein Tipp bekommen wir mit auf dem Weg: „behaltet Eure Mützen auf!“. Machen wir…

Es bleibt nicht aus, dass auf den einsamen, unbefestigten Straßen unser Auto so dreckig ist, dass wir kaum noch durch die Scheiben gucken können. Abhilfe schaffen die Wasserschläuche der Tankstellen an den entlegensten Orten. Wenn es die Straßen und das Wetter hergeben, ist unsere „Lieblingsbeschäftigung“ - Auto dreckig machen - Auto sauber machen.

Weiter geht es über Laugarbakki und der Halbinsel Vatnsnes nach Akureyri. Wir sind im Norden angelangt. Dabei kommen wir an einem wieder aufgebauten Wickinger-Langhaus in Eiriksstadir vorbei. Grundlage des Hauses waren neu entdeckte Pläne aus dem 10. Jahrhundert. Rein können wir nicht. Niemand ist vor Ort – Corona eben. Wir bestaunen die aus Rasen und Holz bestehenden Wände und Dach. Ein Schornstein und zwei Türen sind zu sehen – aber kein Fenster.

Laugarbakki ist eine Ansiedlung mit 58 Bewohnern. Der nächstgrößere Ort ist Hvammstangi mit 573 Einwohnern. Die größte Stadt in Island ist selbstverständlich Reykjavik mit 128 000 Menschen. Das ist schon mal fast 1/3 der Bevölkerung. Da bleibt für den Rest nicht mehr viel, besonders hier im Norden.

Windstärke 7 mit einer Geschwindigkeit von 50-60 km/h pfeift uns um die Ohren. Je nach Windrichtung wird uns die Autotür aus der Hand gerissen oder wir bekommen sie kaum auf. Sind wir draußen, haben wir Probleme, uns auf den Beinen zu halten. Wie sagt man so schön: „Sturm ist erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben“. Wie sind nah dran – an den Schafen ohne Locken.

Der Regen aus waagerechter Lage macht dann alles „perfekt“. Wo so viel Wind ist, sind die Wolken allerdings auch schnell wieder weg und die Sonne kommt raus. Dann wird alles in ein fantastisches Licht getaucht. Die Luft ist hier - so dicht am Polarkreis - unglaublich klar.

Akureyri, der See Mývatn und plötzlich ist Winter

Wir sind seit unserer Ankunft in Island das erste Mal inmitten einer Stadt. Unsere Unterkunft liegt im alten Teil der Hafenstadt Akureyri. Wie schon in Grundarfjörður bekommen wir unseren Zimmerschlüssel bei unserer Ankunft mit Hilfe eines Codes und einer Schlüsselbox. Ein Anmeldeformular will von uns niemand. Eigentlich auch überflüssig, denn unsere Kontaktdaten – und ganz wichtig – unsere Daten der Kreditkarte, hatten wir jeweils schon beim Buchen über ein Portal oder direkt in der Unterkunft hinterlegt. Ohne Kreditkarte geht in Island fast nichts, denn Bargeld wollen die meisten gar nicht sehen. So kommt es, dass wir bislang keine einzige Isländische Krone in der Hand hatten. Bargeld haben wir gar nicht erst getauscht.

In der Hauptstadt des Nordens haben wir das erste Mal Gelegenheit, Geld auch für unnütze Dinge auszugeben.  Akureyri hat zahlreiche charmante lokale Geschäfte und eine große Auswahl an Restaurants und Cafés. Viele haben allerdings im Moment reduzierte Öffnungszeiten. Auch hier hat sich der Absatz verändert. Kreuzfahrtschiffe liegen nicht im Hafen und die Touristen in der schönen, herbstlichen Altstadt kann man an fünf Fingern abzählen.

Der Sturm hat nachgelassen, dafür bewegen wir uns jetzt im Null Grad Bereich. Die Sonne zeigt sich wieder und bringt die intensiven, warmen Farben des Herbstes so richtig zum Leuchten.  In der Nacht hatte es in den höheren Lagen der umliegenden Berge geschneit und so wird die Fahrt ins nördlich gelegene Húsavík zu einer Bilderbuchfahrt.

Husavik rühmt sich die Walbeobachtungshauptstadt Europas zu sein. Die kleinen Schiffe fahren zum Whale Watching in die Skjálfandi Bucht des Arktischen Ozeans. Ehrlich gesagt – es ist uns im Moment ein wenig zu kalt und – Gott sei Dank – hat das Ticket Büro auch nicht auf.

Gegen Mittag gehen wir im Hafen essen. Das Essen zum Mittagstisch schmeckt oft gut und ist für isländische Verhältnisse preisgünstig. Kein Wunder, dass in Husavik um uns herum nur die Hafenarbeiter sitzen um ihre Mittagspause verbringen. Bei einem anderen Mal treffen wir auf eine bunte Gruppe von Frauen. Sie arbeiten gemeinsam in einer Firma und sorgen nun auch außerhalb für ein gutes Arbeitsklima.

Keine 100 km von Akureyri liegt der See Mývatn mit einer wunderbaren Landschaft. Irgendwie scheint es in Island nur landschaftliche Highlights zu geben. Das Geothermalgebiet Námaskarð, die hoch aufragenden Lavafelsen von Dimmuborgir, mehrere Vulkankrater und heiße Quellen reihen sich aneinander. Und wieder – ein spektakulärer Wasserfall – der Dettifoss. Auf dem Weg zum See haben wir den nicht minder spektakuläre Goðafoss gesehen. Am Goðafoss Wasserfall erahnen wir, dass Chinesen diesen Wasserfall lieben, ihn zumindest gern besuchen. Das dazugehörige Café und der Souvenirshop sind riesig und auf den Toiletten finden wir Piktogramme in Chinesisch. Ein Piktogramm macht sehr anschaulich klar, dass man sich beim Benutzen der Toiletten bitte nicht auf den Brillenrand stellen möge.

Wir übernachten in Reykjahlíð. Der Ort hat etwas mehr als 200 Einwohner, ein Hotel, eine Tankstelle und einen Mini-Supermarkt. Reykjahlíð rechnet man schon der arktischen Klimazone zu. Das merken wir deutlich, denn es friert und schneit kräftig. Die Weiterfahrt ins 200 km entfernte Egilsstaðir wird sehr winterlich. Auf der einsamen Straße werden die kleinen Schneeflocken vom kräftigen, eisigen Wind hin und her gewirbelt und an einigen Stellen ist es gefährlich glatt. Nebel und Schneegestöber behindert unsere Sichtweite. Obwohl wir die wichtige Ringstraße befahren, gibt es in diesem entlegenen Teil Islands keinen Streudienst. Eigenverantwortung ist gefragt. Wir tuckern mit 50 km/ Std. dahin und manchmal ist mir auch das schon zu viel. In diesem Punkt können wir uns allerdings nicht einigen.

Von den Ostfjorden in den Süden

Die letzten 25 km auf der Passstraße der Hochebene Fjarðarheiði nach Seyðisfjörður wird noch einmal sehr winterlich. Ein Autofahrer liegt bereits im Graben. Er hat die Straße wohl unterschätzt. In Seyðisfjörður selber regnet es und ein kräftiger Wind weht. Mit dem Hafenort sind wir in den Ostfjorden Islands angekommen. Die Stadt ist der Anlaufhafen der Norröna, der einzigen Autofähre, die Island über die Färöer und Dänemark mit dem europäischen Festland verbindet. Die Regenbogen Straße, die direkt auf die schöne Holzkirche des Ortes strebt, schafft an dem grauen, stürmischen Regentag einen wunderbaren Kontrast, genauso wie die heiße Tasse Schokolade im Café Aldan.

In den Ostfjorden erleben wir Herbst und Winter zugleich. In den Tälern scheint am kommenden Tag die Sonne und das Herbstlaub strahlt. Auf den Pässen und den umliegenden Gipfeln ist dagegen der Schnee liegen geblieben. In den zackigen Bergen sollen Trollfrauen zu sehen sein, die es trotz ihres schnellen Laufens nicht geschafft haben, sich vor der aufgehenden Sonne zu verstecken und deshalb zu Steinen erstarrt sind. Die Elfen, Feen, Gnome und Trolle werden in Island sehr ernst genommen.

Wir treffen einen deutschen „Troll“ mit seinem Enfield Motorrad auf dem Weg nach Eskifjörður. Das Deutsche Kennzeichen outet ihn. Der Nienburger ist mit der besagten Fähre von Dänemark nach Island eingereist. Er wurde drei Mal auf Covid 19 getestet: das erste Mal noch in Dänemark, bevor er auf das Schiff kam, das zweite Mal als er das Schiff verließ und das dritte Mal in Island nach der 5 tägigen Quarantäine. Na`, da kann ja nichts mehr schief gehen. Trotzdem steigen die Zahlen der Infektionen auch in Island. Hier ist man sich noch nicht so ganz sicher, ob es die Isländer selber sind, die sich nach einem schönen Urlaub nicht an die Regeln halten oder vielleicht doch Touristen, die – trotz Quarantäne – lieber in Bars und Restaurants in Reykjavik gehen.

Bereits auf dem Weg von den Ostfjorden nach Höfn regnet es unaufhörlich. Ein grauer Schleier legt sich auf die Landschaft. Berggipfel sind nicht zu erkennen, wir können sie nur erahnen. Wir hoffen auf Wetter-Besserung, denn vom Fenster unserer Unterkunft in der Nähe der Kleinstadt Höfn soll es – laut Beschreibung - einen wunderbaren Blick auf die nahen Gletscher und Berge geben. Aber …. es regnet weiter, auch am kommenden Tag. Trotz Regen ziehen wir los. Vielleicht hört es ja doch auf. Es hört nicht auf und wir ergeben uns. Die Gletscherzungen des Vatnajökull und der markante Berg Vestrahorn umhüllen sich weiter mit einem undurchdringlichen, hässlichen Grau. Uns bleibt nur ein ruhiger Tag in unserer Unterkunft – mit Blick auf die wenig befahrene Ringstraße.

Eiswelten im Südosten Islands, Reykjavik und die Halbinsel Reykjanesskagi

Wie so immer auf unserer Reise kommt nach dem Regen die Sonne. Die klare Luft Islands und die damit verbundenen Farben der Landschaft lassen erahnen, was wir um den Ort Höfn verpasst haben. Wir fahren weiter auf der Ringstraße 1, entlang des riesigen Vatnajökull-Nationalparks. Gletscherzungen ragen in Sichtweite fast bis an die Straße. Die Eisschicht des Gletschers soll bis zu 900 Meter betragen. Der Vulkan Hvannadalshnjúkur im Nationalpark ist mit 2.110 Meter zudem noch die höchste Erhebung Islands. Unter der dicken Eisschicht der Gletscher gibt es etliche aktive Vulkane. Wir erinnern uns noch gut - 2010 brach der Vulkan Eyjafjallajökull aus (gut, dass ich den Namen jetzt nicht aussprechen muss). Er brachte mit seine Aschewolke den Flugverkehr nicht nur in Europa zum Erliegen.