Kanada


 

 Kanada - zwischen Pazifik und Rocky Mountains

 


Vancouver – City of Glass am Pazifik


Die Sonne scheint und es sind 30 Grad im Schatten als wir am Nachmittag über die Granville Bridge nach Vancouver Downtown fahren.

Die Wolkenkratzer stehen dicht gedrängt und bieten genug Schatten in den Straßenschluchten. Wir sind zwar gerade erst gelandet, die 9 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland halten uns aber nicht davon ab, diese Stadt gleich noch zu entdecken. Es ist mächtig was los in Vancouver. Im Hafen landen die Wasserflugzeuge im ¼ Stundentakt und der SeaBus bringt seine Gäste in 10 Minuten auf die andere Seite nach North Vancouver. Auf den Straßen der schachbrettartig angelegten Innenstadt donnern die Oberleitungsbusse zwischen den Autos des Feierabendverkehrs. Dazwischen Radfahrer, Skater und Fußgänger. Der fahrerlose, schienengebundene SkyTrain ist allerdings in der Innenstadt in den Untergrund verbannt.

Bei unserem Streifzug durch Vancouver sehen wir viele asiatische Gesichter und chinesische Schriftzeichen.  Als die Volksrepublik China Hongkong 1997 übernahm, sollen viele reiche Chinesen in die Stadt am Pazifik gezogen sein. Vielleicht erinnern mich die Glaspaläste der Innenstadt deshalb ein wenig an Hongkong.

Im historischer Stadtteil Gastown  im Zentrum Vancouvers geht es auch ohne Wolkenkratzer. In der Waterstreet - gleich hinter dem Bahnhof Waterfrontstation - werden die Häuser plötzlich niedrig. Eine schattenspende Baumallee und üppige Blumenampeln alle 5 m lassen diesen Stadtteil schon fast europäisch wirken. Wir sind früh unterwegs – der Zeitunterschied treibt uns am nächsten Tag gleich nach Sonnenaufgang aus dem Bett. Ein Vorteil – wir sind fast allein unterwegs und haben das berühmteste Wahrzeichen des Stadtteils – die alte Dampfuhr - fast für uns allein.

Mit unserem Day Pass für umgerechnet 6,50 € können wir alle öffentlichen Verkehrsmittel benutzen – auch den SeaBus. Das nutzen wir ausgiebig und kurven durch die ganze Stadt. Im 170 m hoch gelegenen Vancouver Lookout liegt uns die Stadt zu Füßen – die Sicht ist grandios.

Für die Erkundung der grünen Oase Vancouvers, dem Stanley Park – direkt neben der Innenstadt haben wir uns Fahrräder ausgeliehen. Immer schön am Wasser entlang, gibt es einen perfekt ausgebauten Radweg. Überhaupt ist für Fahrradfahrer auch in der Stadt selber gut gesorgt. Einige Straßen haben eine separat abgeteilte Fahrradspur, auf der es sich stressfrei fahren lässt. An der English Bay grinsen uns 14 Bronzefiguren an. Es sind 250 kg schwere Selbstbildnisse des Künstlers Yue Minjun. In vielen Statistiken rangiert Vancouver immer wieder unter den lebenswertesten Städten der Welt. Kein Wunder, denn die einmalige Lage zwischen Bergen und Meer hat ihren besonderen Reiz. Und am Abend ist die Stadt keineswegs verweist, denn in den Wolkenkratzern sind nicht nur Büros, sondern viele Wohnungen. Einen Haken hat die Stadt: die Lebenshaltungskosten sind nicht ohne. Geld ausgeben – kein Problem!


Wein und Waldbrand                       in British Columbia


Wein und Kanada - das passt eigentlich nicht zusammen. In Peachland im Okanagan Valley treffen wir allerdings an jeder Ecke auf Wein. Neben großen Obstplantagen, schmiegen sich akkurate Weinberge an die umliegenden Berge des Tales. Wir sind neugierig und gehen auf eine Weinprobe ins „Hainle organic and Deep Creek Wine Estate“. Als wir uns dort als Deutsche outen, geht das Gespräch übergangslos in unserer Sprache weiter. Während der Weinprobe erfahren wir, dass das Weingut deutsche Wurzeln hat und Herr Walter Huber, der Inhaber, uns gerade persönlich bedient. Er hat das Weingut 2002 gekauft. Sein Vorgänger hatte sich bereits 1972 einen guten Ruf erworben indem er Eiswein produzierte und damit ein perfektes Getränk für das kalte kanadische Klima anbieten konnte. Es wird geschätzt, dass eine Flasche von dem damals hergestellen seltenen Nektars so viel wie 1,5 Millionen Pfund bei der Londoner Weinauktion bringen könnte. Die Weine von Herrn Huber sind allerdings alles andere als süß, sondern ganz nach unserem Geschmack - nämlich trocken. Seine Kunden, so berichtet er, sind zu 90 % Europäer und Asiaten. Die Kanadier mögen seine trockenen Weine nicht, denn die lieben es eher süß. Wahrscheinlich taugen die beiden Weißweine, die wir noch in Vancouver gekauft haben, nicht mal zum Kochen!

Herr Huber hat allerdings im Moment große Sorgen um seine Weinberge, denn es brennt mal wieder. Die Gegend ist zwar sonnenreich, aber auch zurzeit sehr trocken. Wir hatten am Abend vorher schon eine große Rauchwolke in den Bergen entdeckt. Der Rauch zog über den gesamten Okanagan Lake. Unermüdlich waren allein 8 Löschflugzeuge dabei, während des Fluges Wasser aus dem See aufzunehmen um es über dem Brandherd abzulassen. Am Tag zuvor hatten wir schon auf dem Weg von Hope nach Princeton Brandgeruch und Rauch wahrgenommen.

Das alles verunsichert uns. Welche Wege können wir zu unserem nächsten Ziel – Nakusp – nehmen?  Da es in British Columbia viel brennt und es immer wieder zu Straßenschäden kommt, gibt es im Internet gleich mehrere Seiten, die über den Zustand Auskunft geben. An bestimmten Stellen sind sogar Webkameras angebracht, die uns einen Überblick vermitteln. Das Internet sagt, der Weg nach Nakusp ist frei. Unserer Weiterfahrt steht also nichts im Weg.

Irgendwie ist in Kanada alles ein bis zwei Nummern größer. Die Autos sind gigantisch, genauso wie die Camper. Klar, dass dann auch die Straßen breiter sind. Die Campingplätze haben sich auf ihre Kunden eingestellt. Auf dem ersten Platz haben wir uns noch gewundert, denn selbst gute Campingplätze sind mit sanitären Einrichtungen spärlich in Anzahl und Komfort ausgestattet. Man duscht und erledigt alles andere selbstverständlich im Camper! Abwasservorrichtung, Frischwasserzulauf und genug Power an jedem Platz sorgen dafür, dass Klimaanlage, Mikrowelle, großen Kühlschränke einschließlich riesigem Gefrierfach funktionieren und man bequem die Dusche im Camper nutzen kann.


Die Rocky Mountains                         und alle wollen hin


Wir haben Zeit und weichen deshalb auf unserer Fahrt in die Rocky Mountains vom direkten Weg ab.  Vom Okanagan Valley nehmen wir den Highway No. 6 über Nakusp. Gute Entscheidung, denn es wird eindeutig ruhiger und einsamer. Autos kommen uns kaum noch entgegen. Das Bauen von Brücken scheint sich hier nicht zu lohnen, denn an zwei Stellen übernehmen Autofähre den Transport der Fahrzeuge – kostenlos und in einem guten Takt. Langes Warten ist nicht nötig.

Vom beschaulichen Nakusp fahren wir noch einmal 12 km in die Berge, um zu den heiße Quellen und einem angeschlossenen Campingplatz zu gelangen. Sehr schnell liegen wir im 38 Grad warmen Wasser der Quelle und genießen das Bergpanorama um uns herum.

Als wir ab Revelstoke wieder auf den Highway No 1 kommen wird es chaotisch: Viel Verkehr, jede Menge Baustellen und die Rauchschwaden der Waldbrände einschließlich Brandgeruch machen die Fahrt Richtung Banff zur Tortur. Eigentlich wollten wir hier viele Stopps einlegen und sogar campen. Unsere Pläne verwerfen wir aber schnell und beschließen in Lake Louise zu übernachten. In Lake Louise ist es allerdings rappelvoll. Alle Campingplätze sind ausgebucht. Kurzzeitig stehen wir auf einem sogenannten „Overflow“ Platz. Das ist eigentlich ein etwas besserer Parkplatz – nicht sehr anheimelnd.

Das Reservieren der Campingplätze gestaltet sich als kompliziert. Oft ist unter der angegebenen Reservierungs-Nummer besetzt und online muss man sich durch ein aufwendiges System quälen, um dann fest zu stellen, dass zur Zeit sowieso nur das Prinzip: „first comes, first gets“ gilt.

Nach einem frustrierten Rundumblick auf dem Overflow Platz, beschließen wir noch weitere 50 km fahren, um im Banff was Besseres zu bekommen. Es hat geklappt. Mit so viel Reiselustigen hatten wir nicht gerechnet. In Banff bleiben wir zwei Tage und planen unsere Fahrt auf dem Icefield Highway durch die Rockys.

Nach einem Tag Banff, starten wir sehr früh, um genau zu sein, noch vor Sonnenaufgang. Der Grund unserer frühen Aktion: wir wollen die Highlights des Icefield Highway genießen und den Bustouristen aus dem Weg gehen. Nichts gegen Busreisende, aber es ist nicht unsere bevorzugte Reiseform. Die Straße zum Lake Louise ist frei - am See sind wir allerdings längst nicht die ersten.  Scharen von aktiven Touristen (Chinesen – gern in Gruppen/ Wanderer, Fotografen mit mächtigen Objektiven und Stativen) drängeln sich am Uferrand. Die Sonne kommt gerade hinter den Bergen vor. Das Licht ist allerdings nicht schön – diesig, wie schon an den Vortagen.

Wir beschließen weiter zu fahren. Der Moraine Lake – ein paar Kilometer entfernt – soll wunderschön sein. Leider ist mittlerweile die Straße gesperrt und ein Shuttlebus bringt die Touristen zum See. Unsere Schlussfolgerung: wenn es sich lohnt, einen Shuttlebus einzusetzen, wird es voll. Wir lassen den Moraine Lake links liegen. Hinter Lake Louise wird die Straße einspurig. Um es kurz zu machen – wie sind den Busreisenden nicht entkommen und das Wetter bleibt streckenweise immer noch diesig. Trotzdem versuchen wir die durchaus beeindruckende Landschaft fotografisch festzuhalten.

Am Nachmittag steuern wir erschöpft den Wapiti-Campground an. Er befindet sich noch im Nationalpark kurz vor Jasper. Zur Krönung des Tages bekommen wir einen Stellplatz in der AA Schleife! Was das bedeutet merken wir, als wir die AA Schleife auf dem Platz ansteuern. Ich bin überzeugt, dass ich zu diesem Bild nichts mehr sagen muss!


Es ändert sich was und                      die Orte mit den Miles


Auf der Fahrt in die Rockys wechselten wir zum einen von der Provinz British Columbia in die Provinz Alberta – und zum anderen mussten wir unsere Uhren  1 Stunde vorstellen. Der Auf dem Weg von Jasper raus aus den Rockys geht es alles wieder zurück.

Wir verlassen Jasper auf dem Highway No 16. Unser Ziel ist der Mount Robson National Park. Gegen Mittag kommen wir an und finden einen Platz auf dem einfachen, kleinen Robson Shadows Campground direkt am Fraser River. Endlich kommt etwas vom Kanada-Gefühl bei uns an.

Ein Eichhörnchen schaut uns bei unserer Routenplanung neugierig zu und auf dem Fraser River  rauschen 3 Rafting Boote an uns vorbei, um sich wenige Meter weiter in die Stromschnellen zu stürzten.

Das Wetter hat sich geändert: Regen hat eingesetzt und die Temperatur ist von 30 auf 20 Grad am Tag gesunken. Die Luft ist klar als wir in Clearwater ankommen. Im angrenzenden Wells Gray Provincial Park sind allerdings vielen Treckingrouten gesperrt – es wird immer noch die höchste  Brandstufe angezeigt! Um den Ort 100 Miles House sieht es ganz böse aus. Die kleine Versorgungszentrale für das Gebiet östlich des Cariboo Highways musste zeitweise evakuiert werden und der Cariboo Highway war gesperrt, so dicht kam das Feuer. Überall sieht man noch die schwarzen Baumstämme aus der Erde ragen. Es hatte in diesem Sommer lange nicht geregnet – alles war extrem trocken. Ein Blitzeinschlag oder ein kleiner Funke eines Lagerfeuers reichte aus, um diesen verheerenden Schaden anzurichten.

Der Weg zum Clearwater Lake ist frei und so können wir die Lachse am Bailey´s Chute dabei beobachten, wie sie versuchen an den Stromschnellen ihren Weg Flussaufwärts zu finden. Zwei mutige Kajak Fahrer nehmen es Flussabwärts mit dem bewegten Wasser auf.

Der Goldrausch und die Orte mit den Milen haben eine innige Verbindung. Beim Ort Lillooet fing man mit dem Zählen an – 0 Mile. Übrigens - heute kaum vorstellbar, aber Mitte des 19. Jahrhunderts soll dieser verschlafene Ort  einer der größten Städte nördlich von San Franzisco gewesen sein. Von Lillooet ging es über 47 Mile House (heute Clinton) in eben dieser Entfernung von Lillooet. Die neuen Ansiedlungen Richtung Norden bestanden damals nur aus Mautstationen und Roadhouses, in den die Goldsucher auf dem Weg nach Barkerville Schlafplatz und Verpflegung fanden. Viele der heutigen Orte entstanden aus diesen Roadhouses entlang des Cariboo Highways, wie 70 Mile House, 100 Mile House und 150 Mile House. Allerdings soll man es damals mit den Milen nicht so genau genommen haben. Abfahren und genau auf den Tacho schauen, funktioniert nicht. Die Roadhouses vom damals stehen heute nicht mehr, Tankstellen, Restaurants, Motels und Supermärkte gibt es aber auch weiterhin. Heute rauschen die großen Holztransporter an uns vorbei.

Und an einigen Stellen am Wegesrand entdecken wir kleine "Schätze", die im Vorgarten vergammeln.


Vancouver Island und seine Wale


Unsere letzte Route auf dem Festland entpuppt sich als unser Favorit. Wir hatten auf einem einsamen Campground ein paar Kilometer hinter Lillooet  direkt am Cayoosh übernachtet. Der nächste Morgen war klar und die Sonne kam gerade über die Berge der tiefen Schlucht als wir uns auf dem Weg nach Pemberton begaben.  Die Strecke ist kurvenreiche und mit beachtlichen Steigungen und Gefällen - hinter jeder Kurve überraschte uns aber ein grandioses Panorama. Hohe Berge mit beindruckenden Gletschern, glasklare Seen und ein wunderbares Licht machten die Fahrt zu einem Highlight.  Nach fast

3 000 km erreichten wir wieder Vancouver.

Das Wetter blieb uns treu und so wurde die 1 ½ stündige Überfahrt von Tsawwassen nach Swartz Bay auf Vancouver Island zum Vergnügen. Die Fähre fährt durch eine kleine Inselwelt und die Touristen auf dem Schiff werden nicht müde, sich selber vor der imposanten Kulisse entsprechend in Szene zu setzen.  Und auch wir drücken oft auf den Auslöser.

Victoria ist die Hauptstadt der Provinz British Columbia – nicht Vancouver! Merkwürdige Idee, die Hauptstadt auf eine Insel zu legen. Alles fing aber wohl mit dem Pelzhandel auf Vancouver Island an. Die Insel wurde britische Kronkolonie und Victoria die Hauptstadt. Der Handelsposten wurde selbstverständlich zu Ehren der britischen Königin Victoria benannt. Der Rest von British Columbia kam später dazu. Bei unserem Streifzug durch die Stadt kommt sie uns immer noch „very british“ vor.

Das Wetter ist gut und deshalb beschließen wir, uns nicht länger in Victoria aufzuhalten, sondern gleich in den Norden durch zu starten. Unser Ziele: Telegraph Cove an der Ostküste und Tofino an der Westküste von Vancouver Island - Wale gucken. In Telegraph Cove fängt es in der Nacht vor dem Whale Watching tüchtig an zu stürmen, danach folgt der Regen – unaufhörlich. Die Abfahrt ist mit 13 Uhr angesetzt. Etwas missmutig gehen wir im Regen zum Steg. Und was soll ich sagen, um 12:45 Uhr hört es tatsächlich auf zu regnen. Während der 3 ½ Stündigen Fahrt bekommen wir noch einmal einen kurzen Regenschauer ab, dann kommt sogar die Sonne raus. 

Und die Wale? Ja, sie sind da und mehr als wir vermutet haben. Es sind Mink-, Grau- und Buckelwale. Manchmal wissen wir gar nicht, wohin zuerst schauen sollen. Überall hören wir das explosionsartige Ausatmen der Wale und sehen dann den Blas (sieht aus wie eine Fontaine) der Tiere. Manchmal können wir bis zu 5 von ihnen auf einmal erkennen. Großartig. Leider sind keine Orcas dabei, dafür entdecken wir noch Weißbauch-Delphine, Seelöwen und Weißkopfseeadler. 

Die Chips unserer Kameras glühen und ich verbrauche alleine 3 Akkus. Eine Stunde nachdem wir vom Whale Watching zurück sind und wieder in unserem Wohnmobil sitzen, schauen wir uns unsere Ergebnisse an – nun regnet es wieder. Etwas Glück braucht man eben doch.

Und der Ort Telegraf Cove? Sehr überschaubar und anheimelnd. Es ist eine Ansiedlung kleiner historischer Häuser rund um den Hafen des Ortes. Hier gab es früher ein Sägewerk und eine Salzerei für die lokal gefischten Lachse. Heute sollen hier durchschnittlich 20 ganzjährige Bewohner leben, die Zahl der Besucher liegt dagegen wohl weit über 100.000 pro Jahr. 

Telegraf Cove ist unser nördlichster Punkt von Vancouver Island. Von hier aus geht es wieder Richtung Süden. Unser nächstes Ziel ist Tofino an der Westküste. Das Wetter ist beständig – es regnet. Die Kanadier freut es, denn es war zu lange zu trocken. Wir machen das Beste draus. 

Bei Qualicum Beach verlassen wir den Highway No 19 und biegen auf den Highway No 4., um an die Westküste zu kommen. Kurz vor Port Alberni halten wir am MacMillan Provincial Park. Der Park ist durch seine bis zu 800 Jahre alten Bestände an Douglasien bekannt. Die größten Bäume weisen einen Umfang von neun Metern auf. Der Urwald des Parks gewährt uns einen kleinen Einblick, wie es zu früheren Zeiten einmal ausgesehen haben muss.

In Port Alberni legen wir noch eine Übernachtung ein. Es regnet wieder und somit hat das kleine Städtchen einfach keine Chance auf einen Favoritenplatz.


Tofino, lange Strände und Bären


Bei blauem Himmel und Sonnenschein pur erreichen wir das kleine Städtchen Tofino an der Westküste. Von hier haben wir einen ungehinderten Blick auf den weiten Pazifik, im Hintergrund das tolle Bergpanorama mit den Regenwäldern von Vancouver Island. Unser Campground heißt „Bella Pacifica“ und hält was sein Name verspricht: Die Aussicht auf den breiten Strand mit der untergehenden Sonne könnte glatt auf eine Fototapete passen.

Die Gefahr eines Feuers wird nach dem vergangenen Regen als gering eingestuft - offenes Feuer ist nun erlaubt. Auf dem Campground kaufen wir Feuerholz und machen es wie die Kanadier. Wir sind nicht die einzigen, die sich den Aufenthalt der mittlerweile kühlen Abende im Freien mit einem Feuer erwärmen. Überall sieht man Feuerstellen.

In Telegraph Cove haben wir die Wale gesehen, in Tofino wollen wir auf Bärenjagd gehen – natürlich nur mit der Kamera. Am 22. September bedeutet das - früh aufstehen. Abfahrt ist 7 Uhr vom Hafen in Tofino, die Sonne geht um 7:10 Uhr auf. Warum um diese Uhrzeit? Sind die Schwarzbären von Vancouver Island Frühaufsteher? Fast - nicht nur wir müssen uns an Zeiten halten, sondern auch die Bären, denn sie bekommen ihr Frühstück nur bei Ebbe. Nur dann haben sie eine Chance, an die begehrten Muscheln und Krebse zu gelangen. Drei putzige Schwarzbären geraten uns vor die Linse. Sie sind emsig dabei, mit ihren dicken Tatzen jeden Stein umzudrehen und nach ihren Leckerbissen abzusuchen. Von dem Boot, auf dem wir sind, nehmen sie keine Notiz.

Überhaupt sind Bären in British Columbia allgegenwärtig, zumindest auf den vielen Hinweisschildern. Stets wird darauf hingewiesen, dass man seinen Müll im Camper behalten oder ihn in die überall dafür bereitstehenden, speziellen Müllbehältern geben soll. Diese Metallcontainer haben eine bestimmte Technik, die mit den dicken Bärentatzen nicht in den Griff zu kriegen ist.